Die abendliche „Goldene Stunde“ ist die Zeit vor Sonnenuntergang und noch vor der sog. „Blauen Stunde“. Gestern Abend durften wir im Glindow See eindrucksvoll erleben, welche Farben diese Zeit hervorbringt (s. Titelbild).
Ich hatte im letzten Bericht schon erwähnt, das unsere Lievemijn übermorgen in die Werft geht und wir für eine Woche nach Hause fahren. Unseren Stammtisch vom Schifferverein wollen wir auf keinen Fall verpassen 😉.
Je nach Wetterlage ist das möglicher Weise heute unser letzter Ankertag in diesem Jahr 😥.
Aber vielleicht erwischen wir auf der Rückfahrt im September noch ein laues Lüftchen im Niegripper See. Dann werden wir das allerdings noch ausnutzen. Na, mal sehen…
Seit gestern haben wir wieder Land unter den Füßen, und zwar in Werder an der Havel. Drei Tage lagen wir in Potsdam bei Hermannswerder vor Anker.
Das Wasser lädt dort aktuell nicht mehr zum Baden ein. Die Hitzetage haben für eine schleimig grüne Brühe gesorgt. Es riecht auch etwas modrig.
Heute morgen gab’s in Werder im „Kaffee Kontor“ erstmal ein ordentliches Frühstück. Das recht schön eingerichtete Etablissement versorgt seine Gäste mit mehr als gutem Kaffee. Jeden Mittwoch treten hier abends lokale Künstler auf und geben ihr Bestes.
Vor einigen Jahren waren wir für mehrere Tage hier und haben u.a. die künstlerischen Abende dort genießen dürfen – …sehr schön.
Aktuell liegen wir am Wasserwanderrastplatz. Eigentlich wollten wir zum Hafen am Scheunhornweg. Dort nehmen sie aktuell aber nur noch Boote bis 10m Länge an, schade.
Morgen geht’s nochmal für zwei Tage in den Glindow See und dann ab in die Werft. Tochter Svenja bringt uns für eine Woche nach Hause. Ab der zweiten Septemberwoche werden wir dann unsere Lievemijn wieder in die Heimat bringen.
…für diese Saison aus Potsdam. Heute, am Freitag, wird noch ein bisschen Diesel gebunkert und es dann geht’s auch schon wieder für das Wochenende vor Anker.
Drei Tage City mit reichlich Spaziergängen sind aber auch genug, finden wir. Aber es hat natürlich Spaß gemacht.
Vorgestern haben wir uns im Filmmuseum die Ausstellungen zur DEFA und des Studio Babelsberg’s angeschaut. Die Deutsche Film AG (DEFA von 1946 bis 1992), war einst die größte Filmgesellschaft der DDR.
Und gestern durften wir am Luisenplatz vor dem Brandenburger Tor, das Weinfest genießen.
Ulrike hat dort den ersten frischen Federweißen der Saison erstanden. Noch ein bisschen süß, aber in ein paar Tagen werden wir ihn uns zur Gemüte führen können.
Ein lustiger Tag, den wir abends in der Trattoria Porto am Hafen beendeten.
Kurz vor unserem Urlaub haben wir uns nochmal zu Hause beim Friseur unseres Vertrauens den richtigen Urlaubsschnitt verpassen lassen. Nun nach 52 Tagen an Bord war es nicht mehr damit getan, alle Spiegel zu verdecken. Der Putz muss ab!
Bei unserem Lieblingsfriseur in Potsdam kennt man uns schon, und wir bekamen auch sofort Hilfe.
Wir werden den Hafen Potsdam erst Freitag verlassen, bevor es bei Hermannswerder in der sog. Hinterkappe wieder ein wenig vor Anker geht.
Die wunderbaren Sonnenaufgänge aus der Sacrower Lanke werden wir dort leider nicht sehen können, da genügend Bäume den Horizont verdecken.
Heute nehme ich euch auf einen fotografischen Spaziergang rund um den „Heiliger See“ mit.
Ausgehend von unserem Liegeplatz am Jungfernsee gehen wir durch den sog. „Neuen Garten“ Richtung Schloß Cecilienhof. Auf dem Weg dorthin trifft man zunächst auf einen seltsamen, komplett mit Eichenrinde verkleideten Rundbau.
Die „Borkenküche“ diente zu Zeiten von Friedrich Wilhelm II, vorwiegend zur Versorgung der u. a. als königlicher Speisesaal genutzten Gartenarchitektur am Jungfernsee.
Die Borkenküche
Kurz danach ist man auch schon am Schloß Cecilienhof. Weltgeschichtlich bekannt durch die Potsdamer Konferenz. Hier wurde 1945 nach Ende der Kampfhandlungen, die weitere Vorgehensweise von den Siegermächten im sog. „Potsdamer Abkommen“ beschlossen.
Weiter geht’s Richtung Heiliger See. Der Park erinnerte mich an Park Sanssouci, jedoch finde ich es hier viel ursprünglicher und wesentlicher schöner.
Nach einigen Minuten erreicht man das Holländische Etablissement. Es wurde in den Jahren um 1790 von Friedrich Wilhem II als Wohnstätte für Bedienteste gebaut.
Dem Park und dem See folgend kommt man zum Mamorpalais. Auch dieses Etablissement wurde von Friedrich Wilhelm II von Preußen erbaut.
Das Mamorpalais
Mich erstaunt immer wieder, wieviel Mühe und Geld man früher in die Errichtung solcher Gebäude gesteckt hat. Man kann davon halten was man will. Aber heute wäre in Deutschland wahrscheinlich niemand bereit für so etwas Geld auszugeben, und unsere Nachfahren würden solche Dinge aus unserer Zeit nicht bestaunen können.
Fast hätte ich vergessen die bunten Häuser zu erwähnen. Im Park verteilt befinden sich das grüne, das rote, das weiße und das graue Haus. Mehr haben wir nicht gefunden. Vielleicht gibt’s noch mehr, k.A.?
Das grüne Haus wird heute als Wohnhaus genutzt. Das rote Haus ist ein historisches Winzerhaus. Wie und ob es heute genutzt wird haben wir nicht feststellen können.
Bald sind wir dann auch schon an der südlichsten Spitze des Heiliger See. Hier steht die „Gotische Bibliothek“. Ein Turmpavillon der nach Fertigstellung als königliche Bibliothek genutzt wurde.
Die Gotische Bibliothek
Jetzt geht’s auch schon auf den Rückweg. Die östliche Seite des See’s ist nicht so spannend. Sie führt meist über mit Autos zugeparkten Straßen. Nahezu alle Seegrundstücke sind in privater Hand und mit schönen Villen zugebaut. Ab und zu gibt es allerdings einen kleinen Badestrand für das gemeine Volk.
Nach gefühlten 10 Kilometern sind wir also zurück und müssen erstmal ausspannen. So sind wir wieder in der Meierei am Jungfernsee gelandet und genießen dort eine frischgebraute Hopfenkaltschale.
Aus Spandau ist wieder nichts geworden. Der Steg beim WS04 an der Zitadelle war gesperrt und der Anleger am Altersheim war unverändert voll belegt. Die beiden abgesoffenen Nomadenboote sind immer noch mit einer Ölsperre abgesichert statt sie zu entsorgen.
Für uns heißt das, weiter Richtung Potsdam mit dem Ziel Jungfernsee. Schloß Cecilienhof und der Park sind immer wieder ein Besuch wert.
Wenn man schon hier ist, darf natürlich ein Besuch der Meierei nicht fehlen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Park, lassen wir es uns bei Bratwurst und einer Hopfenkaltschale gutgehen.
Das kommende Wochenende werden wir wieder ankern. Nach so vielen Landtagen ist mal wieder Ruhe angesagt 🙂 .
Aber morgen steht erstmal ein Spaziergang zum Heiliger See und ein Besuch des Mamorpalais auf dem Plan.